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22.06. - 11:41 h

Burmas Militärregime gibt seinen Soldaten die Lizenz zur Vergewaltigung

Dieser Bericht listet detailliert 173 Vergewaltigungen und andere Formen von sexueller Gewalt an 625 Frauen und Mädchen auf, die im Shan Staat von Soldaten der burmesischen Armee hauptsächlich zwischen 1996 und 2001 begangen wurden.

Es muss betont werden, dass viele Frauen aus Angst, als Vergewaltigungsopfer gebrandmarkt zu werden, Vorfälle sexueller Gewalt nicht anzeigen. Außerdem erreichen nicht alle Vorfälle die SHRF, da Informationen über Verletzung der Menschenrechte im Shan Staat nur von Flüchtlingen zu bekommen sind, die an der thailändischen Grenze eintreffen. Deswegen ist es wahrscheinlich, dass die Angaben in diesem Report weit unter dem tatsächlichen Ausmaß der Handlungen liegen.

Der Report enthüllt, dass das burmesische Regime seinen Truppen systematisch und in großem Umfang erlaubt, Vergewaltigungen straffrei vorzunehmen, um die ethnischen Völker im Shan Staat zu terrorisieren und zu unterjochen. Der Bericht schildert und belegt, wie Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Form von sexueller Gewalt im Shan Staat verübt wurden und weiterhin verübt werden.

Er legt klare Beweise dafür vor, dass Vergewaltigung offiziell als “Kriegswaffe” gegen die Zivilbevölkerung des Shan Staates geduldet wird. Die Vergewaltigung von Frauen der Shan scheint eine konzertierte Strategie der burmesischen Armee im Rahmen ihrer Aktivitäten der Bekämpfung des ethnischen Aufstands zu sein.

Die aufgeführten Vorfälle wurden von Soldaten von 52 verschiedenen Bataillonen verübt. 83% der Vergewaltigungen wurden von Offizieren begangen, meist unter den Augen ihrer eigenen Truppen. Die Vergewaltigungen waren äußerst brutal, denn sie gingen einher mit Foltern wie Verprügeln, Verstümmelung und Ersticken. 25% der Vergewaltigungen endeten mit dem Tod, in einigen Fällen wurden die Körper der Frauen auch absichtlich in lokalen Gemeinden zur Schau gestellt. 61% der Fälle waren Gruppen-Vergewaltigungen. Frauen wurden in Militärstützpunkten vergewaltigt, in einigen Fällen gefangen gehalten und in Zeiträumen von bis zu 4 Monaten wiederholt missbraucht. Von den 173 dokumentierten Fällen wurde nur in einem der Täter von seinem kommandierenden Offizier bestraft. Für gewöhnlich wurden die Klägerinnen mit einer Geldstrafe belegt, inhaftiert, gefoltert oder sogar vom Militär umgebracht.

Shan Frauen sind zunehmend Vergewaltigungen ausgesetzt, je mehr die Militarisierung und die Maßnahmen des “State Peace and Development Council” (SPDC) genannten Regimes gegen ethnische Aufstände im Shan Staat zunehmen. Die Zahl der Bataillone im Staat hat sich seit 1988 nahezu verdreifacht. Die Mehrzahl der Vergewaltigungen wurde im Zentrum von Shan Staat begangen, wo seit 1996 über 300.000 Dorfbewohner aus ihrer Heimat zwangsumgesiedelt worden sind. Viele Vergewaltigungen wurden verübt, wenn Frauen oder Mädchen, meist auf der Suche nach Nahrung, außerhalb der Umsiedlungslager gefangen wurden. Vergewaltigungen ereigneten sich auch, wenn Frauen zu Trägerdiensten gezwungen wurden oder andere unbezahlte Arbeit für das Militär verrichten mussten und wenn sie an militärischen Kontrollpunkten angehalten wurden.

Der Bericht untersucht auch einige der physischen und mentalen Auswirkungen der Vergewaltigungen auf die Überlebenden, die darunter leiden, dass es keinerlei Rechtshilfe und keinerlei Art von Krisenhilfe gibt. Einige der überlebenden Frauen sahen sich zusätzlichen Anschuldigungen ausgesetzt und wurden von ihren eigenen Familien und Gemeinden zurückgewiesen. Viele Überlebende entschlossen sich, nach der Vergewaltigung nach Thailand zu fliehen. Die Tatsache, dass Shan in Thailand nicht als Flüchtlinge anerkannt werden bedeutet aber, dass diese Menschen keinen Schutz genießen und keinen Zugang zu humanitärer Hilfe oder zu Beratungseinrichtungen haben. Sie sind der Ausbeutung und dem Menschenhandel schutzlos ausgeliefert und befinden sich in andauernder Gefahr, abgeschoben zu werden - zurück in die Hände ihrer Peiniger.

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